Leseprobe
für die Praxis:
Rolle des Sifü & Infobox zum Thema Kohte
Acht Tipps statt vieler
Führungstheorien
Es gibt verschiedene theoretische
Modelle, mit denen sich bestimmte Führungsstile beschreiben lassen.
Diese Stile heißen dann z.B. autoritär, sozial-integrativ,
patriarchal-fürsorglich oder laissez-faire. Sie können dir helfen
zu verstehen, wie du selbst führst und welches die Stärken und
Schwächen deines Stils sind. Das lohnt sich vor allem dann, wenn
du bereits einige Erfahrungen gesammelt hast, also z.B. bei deiner ersten
Sippenführerrüste.
Für’s erste helfen dir acht Tipps
weiter. Wenn du die beachtest, gehst du partnerschaftlich mit deinen
Sipplingen um, sorgst für Gemeinschaft und die Sipplinge werden
sich zusammen mit dir wohl fühlen.
1. Nimm jeden Sippling ernst.
Versuche jeden deiner Sipplinge kennenzulernen mit all seinen Besonderheiten
und Eigenarten. Sei bereit, auf jeden einzelnen einzugehen und besonders
seine Stärken zu erkennen und zu fördern. Dass er vieles noch
nicht weiß ist normal. Sei vorsichtig mit Ironie oder gar Spott,
weil es ihn verletzen könnte.
2. Jeder ist wichtig.
Jeder hat besondere Fähigkeiten und Gaben. Dementsprechend darf
er auch Verantwortung übernehmen, z.B. durch ein Sippenamt. Auch
wenn es nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, du wirst die Stärke
deines Sipplings herausfinden. Schließlich bist du Talentsucher,
oder?
3. Nimm dir Zeit.
Einzelgespräche sind wichtig in der Sippe (so wie zwischen Annika
und Jenny in der Geschichte). Da passiert oft viel mehr als bei „großen
Ansprachen“. Darum bring´ möglichst auch immer die nötige
Zeit für Sippenstunden und Veranstaltungen mit, am besten mit Pufferzeit
davor und danach.
4. Du bist Vorbild.
...ob du willst oder nicht! Weil du Freundin und Schwester und vieles
mehr für deine Sipplinge bist vertrauen sie dir. Dieses Vertrauen
ist auch eine große Erwartung an dich, die du nicht enttäuschen
darfst.
Sie werden dich in vielem nachahmen, vielleicht sogar in Dingen, die
du an dir selbst nicht magst. Geh´ am besten offen mit deinen
Fehlern um. Das macht dich menschlich und sympathisch.
5. Gehe voran.
Vor allem am Anfang bist du der Motor. Du kannst andere mitreißen,
indem du vorangehst. Laß aber auch genügend Raum, dass deine
Sipplinge sich selbst vorwagen und den ersten Schritt gehen.
6. Alle sitzen im selben Boot.
Weil du vieles erklären und vormachen mußt, ergibt es sich
fast von selbst, dass du in allem dabei bist: Töpfe schrubben,
Kohte aufbauen, Sippenraum fegen. Obwohl du eine besondere Verantwortung
trägst, bist du Teil der Sippe. Auch und vor allem bei der Arbeit.
7. Achte auf Feinheiten.
Einen Sippling loben, das Danken nicht vergessen, Achtsamkeit im Umgang
miteinander zeigen, dass ihr euch gegenseitig schätzt. Eine Karte
zum Geburtstag und ein Besuch bei Krankheit zeigen deinen Sipplingen,
dass du auch außerhalb der Sippenstunde an sie denkst.
8. Fördere die Gemeinschaft.
Eine Sippe sein heißt: Gemeinsam Pläne und Träume haben,
gemeinsam etwas tun und gemeinsame Erinnerungen haben. Fördere
gemeinsame Erlebnisse, Ideen und Unternehmungen. So entsteht eine immer
enger werdende Gemeinschaft.
...und schließlich:
Du bist nicht allein. Es gibt in deinem Stamm und Gau immer Sippenführerinnen
und Sippenführer, die du um Rat fragen kannst. Oft haben andere
ähnliche Erfahrungen und Probleme. Gemeinsam macht es mehr Spaß,
nach einer Lösung zu suchen. Oder jemand hat schon gute Erfahrungen
mit einer Lösung und kann dir hilfreiche Tipps geben. Vertrau´
darauf und nutze, dass der Bund eine Gemeinschaft ist, die dich auch
als Sippenführer trägt!
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Infobox Kohte
„Gewiss ist es wertvoll ein
leichtes, zerlegbares Zelt zu besitzen, das bei jedem Wetter, selbst
in hohem Schnee, aufgebaut und im Strahlkreis seines hellen Feuers
bewohnt werden kann... Doch stellen wir uns vor, was es jedem bedeuten
mag, wenn die Jungen, müde und überreich von den Erlebnissen
der Fahrt des Tages, eines großen Waldspieles zurückkehren
in ihre Kohte und der warme Feuerschein sie aufnimmt. Sie sind nicht
irgendwo unterkrochen, sich auszuschlafen, haben vielmehr zum sichtbaren
Mittelpunkt zurückgefunden.
Walter Scherf, Das
Große Lagerbuch
Anfang des 20 Jahrhunderts brachte tusk die Kohte von einer Nordlandfahrt
mit nach Deutschland. Zusammen mit einigen anderen Pfadfindern
machte ersich daran das nordische Zelt für die Pfadfinder
nutzbar zu machen. Feuer sollte man darin machen können,
es sollte zerlegbar sein, schnell und ohne viel Zubehör aufbaubar
sein. Schon nach kurzer Zeit setze sich die schwarze Kohte (Schwarzzelt)
durch und ist aus unserem Fahrten und Lagerleben kaum wegzudenken.
Die Kohte ist ein leicht aufzubauendes, relativ leichtes Zelt,
in dem man viel Platz hat. Dadurch das es zerteilt werden kann,
können mehrere das Zelt tragen. Eine Kohte ist mehr als ein
bloßer Regenunterstand und wer vor hat nie ein Feuer in
der Kohte zumachen, der sollte es lieber ganz sein lassen. Das
Feuer ist das Herz der Kohte. Der Lohn sind unvergessliche Nächte
am prasselnden Feuer. Lieder werden gesungen, Geschichten aus
der Ferne erzählt und du schaust träumend in die Flammen.
Der Rauch des Feuers umgibt dich, der Geruch von Fahrt und Abenteuer.
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